Kommt der große Blackout und was ist zu tun?

besser ist es vorbereitet zu sein

Was ich in den letzten Wochen und Monaten immer wieder von vielen Menschen höre ist die Frage: Was passiert bei einem Katastrophenfall, wie einem Großflächigen Stromausfall. Da ich an meinem Wohnort schon selber durch eine Havarie von einem mehrstündigen Stromausfall betroffen war kann ich nur sagen, Vorsorge ist besser als dann ohne das wichtigste dazustehen.

Wie wahrscheinlich ist so ein längerer Stromausfall?

Die Frage ist gar nicht mal so unbegründet. Erst im Juli fiel der Strom in Hunderttausenden Haushalten in Frankreich und Spanien aus. Für eine „schwerwiegende Störung“ sorgte laut Bundesnetzagentur bereits im Januar ein Frequenzabfall – ein europaweiter Blackout konnte nur verhindert werden, weil die Stromversorger rechtzeitig handelten.

Am 26.10.2021 fiel in Frankfurt am Main für mehren Stunden bei tausenden der Strom, durch einen Defekt im Umspannwerk aus.

In Berlin-Köpenick kam es am 19. Februar 2019 zu einem 31 stündigen Stromausfall für 31.000 Haushalte und mehr als 2000 Betriebe, dieser Stromausfall wurde durch einen Bagger verursacht der zwei parallel liegende 110-Kilovolt-Kabel durchtrennt hat. 

Was wäre, wenn doch?

Bleibt die Frage: Was wäre wenn doch ein großflächiger und länger andauernder Stromausfall kommt? Bei einem großflächigen Stromausfall würden alle Geräte und Anlagen, die nicht über eine Notstromversorgung abgesichert sind (aber auch eine Notstromversorgung ist zeitlich begrenzt), ausfallen. Aufzüge, Ampelanlagen fallen aus. Züge bleiben auf freier Strecke stehen, das Einkaufen wird unmöglich werden. Die Versorgung mit Bargeld wäre nicht sichergestellt, zu Hause säßen viele im Dunkeln und Kalten; Fernseher, PC und Internet könnten nicht funktionieren und Kühlschränke würden abtauen. Gerade im bevorstehenden Winter wäre das ohne ausreichende Vorbereitung für viele Menschen katastrophal. 

Welche Gefahren auf die Bevölkerung im Falle eines lange andauernden Stromausfalls zukommen, wurde in einem sehr langen Bericht zusammengefasst, den der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung 2011 unter dem wahnsinnig langen Titel „Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften am Beispiel eines großräumigen und langandauernden Ausfalls der Stromversorgung“ veröffentlichte. Die Folgen eines großen Blackouts für die Telekommunikation „müssen als dramatisch eingeschätzt werden“, heißt es in diesem Bericht.

Stark betroffen wären auch Krankenhäuser: „Bereits nach 24 Stunden ist die Funktionsfähigkeit des Gesundheitswesens erheblich beeinträchtigt“, heißt es in dem Bericht. Innerhalb einer Woche sei „vom weitgehenden Zusammenbrechen der medizinischen und pharmazeutischen Versorgung auszugehen“.

Weil ein großer Blackout den Behörden und Hilfsverbänden alles abverlangen würde, könnte gerade zu Beginn eines Blackouts mit Sicherheit nicht allen Hilfesuchenden ausreichend geholfen werden. Für solche extreme Ereignisse ist daher eine gute private Notfallvorsorge unausweichlich. Mit einer gesicherten privaten Notfallvorsorge kann man 1 – 2 Wochen durchhalten. Eine private Notfallvorsorge ist wichtig, weil auch kleinere und weniger lange Stromausfälle eine große Herausforderung in der heutigen modernen Zeit darstellen. 

Was kann jeder einzelne Haushalt tun?

Selbstverantwortung heißt, vorsorgen für den Ernstfall! Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) klärt mit einer Kampagne darüber auf, wie man sich im Katastrophenfall selbst schützen und helfen kann. Empfohlen wird etwa das Anlegen eines Notvorrates, ebenso sollte man Bargeld zur Verfügung haben – es fallen bei einem Blackout auch die Geldautomaten aus.

„Solarbetriebene Batterieladegeräte oder Powerbanks können bei Stromausfall eine Hilfe sein, neben Kerzen, Campingkochern, Taschenlampen und genügend Streichhölzern im Haus legt das BBK für den Fall eines längeren Blackouts etwa auch die Anschaffung eines Batterie- oder Kurbelradios nahe, um auf dem Laufenden zu bleiben. Über die Installation alternativer Heizquellen sollte man ebenfalls nachdenken, die etwa mit Kohle, Gas oder Holz betrieben werden können. Da diese alternativen Heizquellen in Mietwohnungen eher schwierig sind empfiehlt es sich zusätzlich Schlafsack, dicke Decken zu besorgen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sagt, wir sollen für ca. 10-14 Tage allein zurechtkommen können.

Daher hier von mir meine eigene Liste was man bevorraten sollten.
(Keine Garantie auf Vollständigkeit)

  1. Wasser: laut BBK pro Tag und Person 4 Liter Wasser, trennt das Wasser zum Trinken und für Hygiene
  2. Lebensmittelvorrat: für 14 Tage (Dosen, Reis, Nudeln, Vitamintabletten A bis Zink zum Auflösen in Wasser) – im Prinzip alles was euch schmeckt und lange ohne Kühlung haltbar ist
  3. Wärme: Gas Heizstrahler + Ersatzkartuschen (Gas Heizstrahler nur in gut gelüfteten Räumen nutzen), alternativ Schlafsack, warme Decken
  4. Kochen: Gaskocher mit Ersatzkartuschen
  5. Licht: Teelichter, Kerzen (Grabkerzen halten lange), Taschenlampen
  6. Erste Hilfe: Wichtige persönlich benötigte Medikamente, Schmerztabletten und Verbandsmaterial
  7. Strom: genügend Batterien, Powerbank, ggf. Solarpowerpank
  8. Kommunikation: Kurbelradio

Wer kann, sollte sich ein kleines Notstromaggregat zulegen was mit Benzin oder Diesel betrieben wird, diese gibt es ab ca. 150 Euro in den Baumärkten.

Im Falle eines Falles, helft euch untereinander, seit für einander da.

 

Headerbilder: ESA; Montage: Sascha Lobers/TSP

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